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Flugschüler

Flugplanung

Pilotenlizenzen werden nach den Vorgaben des Teil-FCL der Verordnung Aircrew ausgestellt. Für den Erwerb einer Pilotenlizenz bedarf es einer Pilotenausbildung, die in einer Flugschule für Piloten stattfinden muss. Die Ausbildung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, die Inhalte und der Umfang richten sich nach den entsprechenden Lehrplänen. Jeder Teil schließt mit einer Prüfung vor der Behörde ab.

Für eine Motorfluglizenz PPL(A) sollten Sie mit Gesamtkosten von rund 9.000 Euro und für eine LAPL(A) ca. 7.000 Euro planen. Zum Vergleich belaufen sich die Kosten für eine Segelfluglizenz SPL auf rund 3.000 Euro.

An dieser Stelle finden Sie alle Formulare und Hinweise sowie Informationen rund um das Thema Voraussetzungen, Ausbildung, Lizenzerwerb, Berechtigungen und Prüfungen für Flugschüler. Bitte beachten Sie, dass die Anmeldung, Dokumentation und Abwicklung Ihrer Ausbildung über Ihre Flugschule laufen wird und nur diese mit der Luftfahrtbehörde Bremen kommuniziert.

Allgemeine Informationen über Flugschulen, Lizenzarten und Tauglichkeitszeugnisse finden Sie auf der Startseite Piloten.
 

Voraussetzungen für die Ausbildung

Um Flugschüler und damit später auch Pilot werden zu können, müssen gewisse Anforderungen erfüllt werden. Der Gesetzgeber hat diese in der Verordnung über Luftfahrtpersonal (§ 16 LuftPersV) aufgeführt. Demnach benötigen Sie für die Ausbildung zum Piloten folgendes:

  • Auszug aus dem Fahreignungsregister, in dem möglichst keine Eintragungen (Punkte) vorliegen sollten
  • Eine Selbsterklärung über laufende Ermittlungs- oder Strafverfahren (es sollten keine vorliegen)
  • Eine Zuverlässigkeitsüberprüfung für Motorflieger oder ein Führungszeugnis für Segelflieger und Ballonfahrer
  • bei einem minderjährigen Bewerber die Zustimmung der gesetzliche Vertreter (in der Regel die Eltern)

Die Erfüllung der Voraussetzungen müssen Sie Ihrer Flugschule bei der Anmeldung nachweisen. Die Flugschule meldet Sie anschließend bei der Behörde als Flugschüler an und es wird für Sie eine Pilotenakte angelegt. Das komplette Ausbildungsmanagement übernimmt Ihre Flugschule für Sie.
 

Voraussetzung für die Teilnahme an der theoretischen Prüfung ist das Absolvieren der Mindesttheoriestunden in der Flugschule. Für die PPL(A) und PPL(H) sowie der LAPL(A) und LAPL(H) müssen 100 Stunden Theorieausbildung durch die Flugschule nachgewiesen werden. Bei den übrigen Lizenzen SPL und LAPL(S) sowie BPL und LAPL(B) werden die Theorieausbildungsstunden durch die Flugschule gemäß deren Ausbildungshandbuch bestimmt.

Für die Teilnahme an der theoretischen Prüfung bedarf es der Empfehlung durch den Ausbildungsleiter der Flugschule, welche zwei Wochen vor der Prüfung erfolgen sollte. Nach der Empfehlung des Ausbildungsleiters zur theoretischen Prüfung wird die Erfüllung der Mindestvoraussetzungen geprüft. Anschließend erhalten Sie per E-Mail oder per Post die Einladung zur Teilnahme an der Prüfung.

Die theoretischen Prüfungen finden grundsätzlich jeden ersten Dienstag im Monat ab 08:30 Uhr in der Dienststelle der Luftfahrtbehörde statt. Die Prüfung soll grundsätzlich an einem Tag abgelegt werden.

Welche Unterlagen benötige ich?

Was Sie zur Prüfung mitbringen müssen:

Was Sie zur Prüfung mitbringen dürfen/sollten:

  • Kugelschreiber und Bleistift
  • Taschenrechner (nicht programmierbar)
  • mechanischer Navigationsrechner (z.B. Aristo, Jeppesen)
  • Winkelmesser
  • (Stech-)Zirkel
  • Lineal

Weitere Informationen zur theoretischen Prüfung entnehmen Sie dem Informationsblatt (pdf, 52.1 KB).

Prüfungsfächer

In der theoretischen Prüfung werden die allgemeinen Sachgebiete:

  • Luftrecht
  • Menschliches Leistungsvermögen
  • Meteorologie
  • Kommunikation

sowie die besonderen Sachgebiete:

  • Luftfahrzeugkunde
  • Flugleistung und Flugplanung
  • Navigation
  • Betriebliche Verfahren
  • Grundlagen des Fliegens

geprüft. Wer schon eine Lizenz nach Teil-FCL der Verordnung Aircrew in einer anderen Luftfahrzeugkategorie hat, kann die Allgemeinen Sachgebiete angerechnet bekommen (Anlage 3 der Verordnung Aircrew).

Der Fragenkatalog

Die Fragenkataloge für die Theorieprüfung wurden auf der Basis der ECQB der EASA entwickelt und werden von der AIRCADEMY LTD. bezogen. Die Kataloge bestehen aus einem öffentlichen Teil und einem nicht-öffentlichen Teil, d.h. in den Prüfungen gibt es auch unbekannte Fragen. Derzeit sind 75 Prozent der Fragen veröffentlicht.

Die Fragen des nicht-öffentlichen Teils sind denjenigen des öffentlichen Teils ähnlich (z.B. lediglich andere Zahlenwerte bei den Navigationsaufgaben). Das Prüfungssystem wird für alle Lizenzarten verbindlich eingesetzt.

Die Fragenkataloge finden Sie in deutscher und englischer Sprache zum download.

Prüfungssystem

Die Prüfung wird am Computer als Multiple-Choice-Test mittels eines Prüfungssystems von der LPLUS GmbH durchgeführt. Jedes Prüfungsfach kann einzeln gestartet werden. Ihnen stehen für den erfolgreichen Abschluss der Prüfung maximal sechs Sitzungen bzw. vier Versuche je Prüfungsfach zu. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein Zeugnis über die bestandene Prüfung. Eine kurze Beispielprüfung zur Einführung in das Prüfungssystem finden Sie bei LPLUS.

Gebühren

Die Gebühren für die Abnahme der theoretischen Prüfung betragen:

  • 130,00 Euro für die Lizenzen PPL(A), PPL(H), LAPL(A) und LAPL(H)
  • 65,00 Euro für die Lizenzen SPL und LAPL(S)
  • 70,00 Euro für die Lizenzen BPL und LAPL(B)

Für Wiederholungsprüfungen wird die Hälfte der ursprünglichen Gebühr berechnet.
Sollten Sie erkrankt sein und können ein ärztliches Attest vorlegen, wird für einen Nachholtermin keine Gebühr berechnet.
In jedem Fall bitten wir um unverzügliche Absage im Falle der Nichtteilnahme!

Für die Begleichung der Gebühr erhalten Sie vorab eine Rechnung mit den entsprechenden Überweisungsdaten.
 

Für die Anmeldung zur praktischen Prüfung durch die Flugschule ist die bestandene theoretische Prüfung sowie eine abgeschlossene Ausbildung (Erfüllung der Mindestanforderungen für die jeweilige Lizenz) erforderlich. Der Ausbildungsleiter reicht hierzu eine Empfehlung zur Prüfung nebst Ausbildungsakte ein. Die Luftfahrtbehörde überprüft das Vorliegen aller Voraussetzungen und weist Ihnen einen Prüfer zu.

Die praktische Prüfung wird durch einen Prüfer der Luftfahrtbehörde Bremen oder einem beauftragten Prüfer abgenommen. Sie findet auf dem Ausbildungsluftfahrzeug der Flugschule statt. Nach der Prüferzuweisung müssen Sie eigenständig mit dem Prüfer einen Termin vereinbaren.

Nach Abschluss der Prüfung sendet der Prüfer der Luftfahrtbehörde das Prüfungsprotokoll zu. Die Kosten der Prüfung werden mit der Ausstellung der Lizenz (siehe Abschnitt Lizenzerteilung) in Rechnung gestellt.

Gebühren

Für die Abnahme einer praktischen Prüfung wird folgende Gebühr erhoben:

  • 100,00 Euro für die praktische Prüfung für PPL(A) und PPL (H) zzgl. Auslagen des Prüfers
  • 75,00 Euro für die praktische Prüfung LAPL (A) und LAPL(H) zzgl. Auslagen des Prüfers
  • 40,00 Euro für die praktische Prüfung für SPL und LAPL(S) zzgl. Auslagen des Prüfers
  • 40,00 Euro für die praktische Prüfung für BPL und LAPL(B) zzgl. Auslagen des Prüfers

Die Auslagen des Prüfers belaufen sich derzeit auf die Fahrtkosten (0,30 Euro je km oder pauschal 8,00 Euro innerhalb Bremens) und einen Stundensatz (11,00 Euro je Stunde).
 

Nach Abschluss der praktischen Prüfung erhält die Luftfahrtbehörde das Prüfungsprotokoll durch den Prüfer und stellt die jeweilige Lizenz aus, sofern alle Voraussetzungen vorliegen.

Gebühren

Für die erstmalige Erteilung einer Lizenz nach Abschluss der Ausbildung fallen folgende Gebühren an:

  • 70,00 Euro für die Prüfung der Ausbildungsunterlagen
  • 70,00 Euro für die Erteilung der Lizenz
  • 30,00 Euro für den erstmaligen Spracheintrag einer Sprache (ausgenommen der Muttersprache Deutsch)

Von Beginn Ihrer ersten Ausbildung zum Piloten bis zum Ende Ihrer Pilotenkarriere speichert die Luftfahrtbehörde persönliche Daten in einer individuellen Pilotenakte. In dieser Akte werden alle Dokumente gespeichert, die Sie uns zukommen lassen müssen oder wollen, unter anderem:

  • Persönliche Daten zur Person, Kopien der Tauglichkeitszeugnisse
  • Kopien der Zuverlässigkeitsüberprüfung oder Führungszeugnis
  • Ausbildungsakten von Flugschulen
  • Prüfungsprotokolle
  • Nachweise über Auffrischungsschulungen oder Schulungsflüge
  • Berechtigungserwerb
  • alle Lizenzen
  • usw.