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Piloten

Kind mit Flugzeug, jpg, 15.1 KB

Nur ausgebildete Piloten mit entsprechenden Lizenzen und Berech­tigungen dürfen Luftfahrzeuge wie Flugzeuge, Hubschrauber, Segelflugzeuge oder Ballone führen.

Um Pilot werden zu können, muss man sich als Flugschüler bei einer Flugschule anmelden. Für verschiedene Arten von Luftfahrzeugen muss man sich die passenden Flugschule aussuchen. Mit der Wahl des gewünschten Luftfahrzeugs entscheidet man sich zugleich für die entsprechende Pilotenlizenz. Möchte man verschiedene Luftfahrzeuge steuern, also z.B. Flugzeuge und Hubschrauber, so benötigt man auch mehrere Ausbildungen und Pilotenlizenzen.

Die Luftfahrtbehörde Bremen steht den Flugschülern und Piloten ebenso wie den Flugschulen mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um den Erwerb und die Ausübung der Pilotenlizenz zum Führen von Luftfahrzeugen geht. Zugleich hat die Luftfahrtbehörde darauf zu achten, dass Piloten und Flugschulen die geltenden Bestimmungen beachten und umsetzen. Ähnlich der Polizei führt die Luftfahrtbehörde unangekündigte Verkehrskontrollen an Flugplätzen bei Piloten durch und auditiert die Flugschulen.

Grundsätzlich ist die Luftfahrtbehörde Bremen nur für Privatpiloten und nicht für Berufspiloten (Airline-Piloten) zuständig, die ihren Wohnsitz in Bremen haben. Somit betreut die Luftfahrtbehörde auch nur Flugschulen, die Privatpiloten ausbilden. Flugschüler, die eine Ausbildung bei einer von uns zugelassenen Flugschule im Land Bremen absolvieren, werden ebenfalls bis zum Erhalt ihrer Lizenz durch uns betreut.
 

Cockpit eines Hubschraubers, jpg, 18.3 KB

In Bremen sind derzeit der Bremer Verein für Luftfahrt e.V. (BVL), der Hanseatische Fliegerclub Bremen e.V. (HFC) sowie die Lufthansa Aviation Training GmbH (LAT) ansässig. Alle drei Flugschulen haben den Flughafen Bremen als Heimatflughafen und führen die Ausbildung mit Ausnahme der Segelfluggruppe des BVL von hier aus durch. Die Segelfluggruppe des BVL operiert derzeit von dem Segelfluggelände in Osterholz-Scharmbeck aus.

Der Bremer Verein für Luftfahrt e.V. ist in mehrere Sportgruppen unterteilt. Die Motorfluggruppe mit Sitz am Flughafen Bremen sowie die Segelfluggruppe mit Sitz am Segelfluggelände Osterholz-Scharmbeck unterliegen der Aufsicht der Luftfahrtbehörde Bremen und wurden von dieser zugelassen.

Der HFC sowie die LAT bieten ebenfalls Flugausbildung in Bremen an, unterliegen jedoch nicht der Aufsicht der Luftfahrtbehörde Bremen und sind nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Bremer Verein für Luftfahrt e.V. - Motorfluggruppe

Der BVL - Motorfluggruppe ist zugelassene Ausbildungsorganisation (Approved Training Organisation - ATO). Die Motorfluggruppe ist mit der Registrierungsnummer DE.HB.ATO.001 bei der Luftfahrtbehörde registriert und bietet folgende Ausbildungsprogramme an (weitergehende Informationen zu den Lizenzen finden Sie im gleichnamigen Abschnitt):

  • Leichtluftfahrzeug-Pilotenlizenz für Flugzeuge - LAPL(A)
  • Privatpilotenlizenz - PPL(A)
  • Klassenberechtigung und Auffrischungsschulung für einmotorige, kolbengetriebene Landflugzeuge - SEP (land)
  • Nachtflugberechtigung - Night

Bremer Verein für Luftfahrt e.V. - Segelfluggruppe

Der BVL - Segelfluggruppe ist zugelassene Ausbildungsorganisation (Approved Training Organisation - ATO). Die Segelfluggruppe ist mit der Registrierungsnummer DE.HB.ATO.002 bei der Luftfahrtbehörde registriert und bietet folgende Ausbildungsprogramme an (weitergehende Informationen zu den Lizenzen finden Sie im gleichnamigen Abschnitt):

  • Leichtluftfahrzeug-Pilotenlizenz für Flugzeuge - LAPL(A)
  • Leichtluftfahrzeug-Pilotenlizenz für Segelflugzeuge - LAPL(S)
  • Segelflugzeugpilotenlizenz - SPL
  • Klassenberechtigung und Auffrischungsschulung für Reisemotorsegler - TMG
  • Berechtigung zum Schleppen von Segelflugzeugen mit Reisemotorsegler - Aero Tow (TMG)

 

Pilotenlizenz, jpg, 52.3 KB

Die Luftfahrtbehörde Bremen ist nur für Piloten zuständig, die ihren Wohnsitz in Bremen haben. Dabei sind wir nur für "Privatpilotenlizenzen", also die Lizenzen PPL, SPL, BPL und LAPL mit Sichtflugberechtigung (VFR) zuständig.

Für die gewerblichen Lizenzen CPL, MPL und ATPL sowie der Instrumentenflugberechtigung ist das LBA zuständig.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht aller Lizenzen in unserer Zuständigkeit nebst Erläuterung:

Lizenzarten in unserer Zuständigkeit
Lizenzart Erläuterung
LAPL(A) Die Leichtluftfahrzeug-Pilotenlizenz für Flugzeuge berechtigt ab 17 Jahren zum Fliegen als verantwortlicher Pilot im nichtgewerblichen Betrieb mit einmotorigen Landflugzeugen mit Kolbentriebwerk oder TMG mit einer höchstzulässigen Startmasse von 2.000 kg oder weniger, wobei bis zu 3 Personen befördert werden, d. h. es dürfen sich zu keinem Zeitpunkt mehr als 4 Personen an Bord des Flugzeugs befinden.

Information zu dieser Lizenz erhalten Sie im Informationsblatt LAPL(A) (pdf, 30.2 KB)

PPL(A) Die Privatpilotenlizenz für Flugzeuge berechtigt ab 17 Jahren zum Fliegen als verantwortlicher Pilot oder Kopilot im nichtgewerblichen Betrieb mit Flugzeugen oder TMGs.

Information zu dieser Lizenz erhalten Sie im Informationsblatt PPL(A) (pdf, 39.3 KB)

LAPL(H) Die Leichtluftfahrzeug-Pilotenlizenz für Hubschrauber berechtigt ab 17 Jahren zum Fliegen als verantwortlicher Pilot im nichtgewerblichen Betrieb mit einmotorigen Hubschraubern mit einer höchstzulässigen Startmasse von 2.000 kg oder weniger, wobei bis zu 3 Personen befördert werden, d. h. es dürfen sich zu keinem Zeitpunkt mehr als 4 Personen an Bord befinden.

Information zu dieser Lizenz erhalten Sie im Informationsblatt LAPL(H) (pdf, 30.1 KB)

PPL(H) Die Privatpilotenlizenz für Hubschrauber berechtigt ab 17 Jahren zum Fliegen als verantwortlicher Pilot oder Kopilot im nichtgewerblichen Betrieb mit Hubschraubern.

Information zu dieser Lizenz erhalten Sie im Informationsblatt PPL(H) (pdf, 37.4 KB)

LAPL(S) Die Leichtluftfahrzeug-Pilotenlizenz für Segelflugzeuge berechtigt ab 16 Jahren zum Fliegen als verantwortlicher Pilot im nichtgewerblichen Betrieb mit Segelflugzeugen, Motorseglern oder TMG. Fluggäste dürfen nur befördert werden, wenn sie nach der Erteilung der Lizenz 10 Stunden Flugzeit oder 30 Starts als verantwortlicher Pilot auf Segelflugzeugen oder Motorseglern absolviert haben.

Information zu dieser Lizenz erhalten Sie im Informationsblatt LAPL(S) (pdf, 39 KB)

SPL Die Segelflugzeug-Pilotenlizenz berechtigt ab 16 Jahren zum Fliegen als verantwortlicher Pilot mit Segelflugzeugen, Motorseglern oder TMG. Fluggäste dürfen nur befördert werden, wenn sie nach der Erteilung der Lizenz 10 Stunden Flugzeit oder 30 Starts als verantwortlicher Pilot auf Segelflugzeugen oder Motorseglern absolviert haben.

Information zu dieser Lizenz erhalten Sie im Informationsblatt SPL (pdf, 39 KB)

LAPL(B) Die Leichtluftfahrzeug-Pilotenlizenz für Ballone berechtigt ab 16 Jahren zum Fahren als verantwortlicher Pilot im nichtgewerblichen Betrieb mit Heißluftballonen oder Heißluft-Luftschiffen mit einem maximalen Hülleninhalt von 3.400 Kubikmetern oder Gasballonen mit einem maximalen Hülleninhalt von 1.260 Kubikmetern, wobei bis zu 3 Personen befördert werden, d. h. es dürfen sich zu keinem Zeitpunkt mehr als 4 Personen an Bord des Ballons befinden.

Information zu dieser Lizenz erhalten Sie im Informationsblatt LAPL(B) (pdf, 37.8 KB)

BPL Die Ballon-Pilotenlizenz berechtigt ab 16 Jahren zum Fahren als verantwortlicher Pilot mit Ballonen.

Information zu dieser Lizenz erhalten Sie im Informationsblatt BPL (pdf, 37.8 KB)

Tauglichkeitszeugnis, jpg, 72.6 KB

Um Pilot sein zu können, benötigt man eine ärztliche Bescheinigung, welche als Tauglichkeitszeugnis oder Medical bezeichnet wird. In der EU gibt es drei Tauglichkeitsklassen. Je nach Lizenzart muss man eine der drei Tauglichkeitsklassen als Flugschüler und Pilot nachweisen. Flugschüler dürfen erst Alleinflüge (Solo-Flüge) unternehmen, wenn die Tauglichkeit festgestellt wurde.

Flugmedizinische Untersuchungen werden entweder von einem flugmedizinischen Zentrum oder von einem flugmedizinischen Sachverständigen durchgeführt. Näheres hierzu entnehmen Sie der nachfolgenden Tabelle:

Tauglichkeitsklassen
Tauglichkeitsklasse Erläuterung
Klasse 1 Bewerber um und Inhaber von Lizenzen für Berufspiloten (Commercial Pilot Licence, CPL), von Lizenzen für Piloten in mehrköpfigen Flugbesatzungen (Multi-crew Pilot Licence, MPL) oder von Lizenzen für Verkehrspiloten (Airline Transport Pilot Licence, ATPL) benötigen ein Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1.
Tauglichkeitszeugnisse der Klasse 1 sind grundsätzlich für einen Zeitraum von 12 Monaten gültig und werden von einem flugmedizinischen Zentrum ausgestellt.
Klasse 2 Bewerber um und Inhaber von Privatpilotenlizenzen (Private Pilot Licence, PPL), Segelflugzeugpilotenlizenzen (Sailplane Pilot Licence, SPL) oder Ballonpilotenlizenzen (Balloon Pilot Licence, BPL) benötigen zumindest ein Tauglichkeitszeugnis der Klasse 2.
Tauglichkeitszeugnisse der Klasse 2 sind grundsätzlich für einen Zeitraum von 60 Monaten gültig und werden von einem flugmedizinischen Zentrum oder von einem flugmedizinischen Sachverständigen ausgestellt.
Klasse LAPL Bewerber um und Inhaber von Pilotenlizenzen für Leichtflugzeuge (Light Aircraft Pilot License, LAPL) benötigen zumindest ein Tauglichkeitszeugnis für LAPL.
Tauglichkeitszeugnisse der Klasse LAPL sind grundsätzlich für einen Zeitraum von 60 Monaten gültig und werden von einem flugmedizinischen Zentrum oder von einem flugmedizinischen Sachverständigen ausgestellt.

Bitte beachten Sie bei den Angaben in der Tabelle zur Gültigkeit von Tauglichkeitsklassen, dass sich diese ab dem 40. Lebensjahr vermindern können. Weitere Informationen entnehmen Sie dem Teil MED der Verordnung Aircrew.  

Gemäß der Verordnung Aircrew müssen Piloten von Flugzeugen und Hubschraubern, die am Sprechfunkverkehr im Flugfunk teilnehmen, in ihrer Lizenz Sprachkenntnisse entweder für Englisch oder für die Sprache besitzen, die beim Flug für den Sprechfunkverkehr verwendet wird. Ballonfahrer und Segelflugpiloten sind hiervon ausgenommen.

In dem Spracheintrag müssen die Sprache, das Niveau der Sprachkenntnisse und das Gültigkeitsdatum angegeben sein. Es gibt folgende Sprachkenntnisse und Gültigkeiten:

  • Level 4 ("Einsatzfähigkeit") mit vier Jahren Gültigkeit
  • Level 5 ("erweitertes Niveau") mit sechs Jahren Gültigkeit
  • Level 6 ("Expertenniveau") mit unbegrenzter Gültigkeit

Jeder Muttersprachler erhält mit einer Selbsterklärung Sprachkenntnisse Deutsch Level 6 (pdf, 490.9 KB) den Eintrag des Expertenniveaus Deutsch.

Weitere Informationen zu Sprachprüfungen, insbesondere Sprachprüfungen für die Sprachkenntnisse Englisch, finden Sie auf den Seiten des LBA.

Männchen mit Geld, jpg, 11.4 KB

Als Pilot gelangt man häufig in die Situation, dass Familie, Bekannte oder Nachbarn mal als Fluggast mitfliegen wollen. Häufig wird man am Ende des Tages zum Essen eingeladen oder man bekommt von Oma Geld zugesteckt als Dankeschön für das tolle Erlebnis.

Aber darf man das als Privatpilot überhaupt annehmen und wenn ja, wieviel?

Bei der Durchführung von Flügen gegen Entgelt oder geldwerten Gegenleistungen (Flüge zur Beförderung von Fluggästen und Fracht) müssen stets sowohl flugbetriebsrechtliche als auch lizenzrechtliche Bestimmungen beachtet werden.

Die Verordnung Aircrew legt die Durchführungsbestimmungen für den Flugbetrieb (auch) gegen Entgelt mit Flugzeugen, Hubschraubern, Ballonen, Motorseglern und Segelflugzeugen aus lizenzrechtlicher Sicht fest.
Die Verordnung Air Operations legt die Durchführungsbestimmungen für den Flugbetrieb (auch) gegen Entgelt mit Flugzeugen, Hubschraubern, Ballonen, Motorseglern und Segelflugzeugen aus flugbetriebsrechtlicher Sicht fest.

Aufgrund der Komplexität des Sachverhalts haben der Bund und die Länder den Leitfaden "Fliegen gegen Entgelt" (pdf, 465.1 KB) entworfen. In diesem Leitfaden erhalten Privatpiloten eine Zusammenfassung der geltenden Bestimmungen und somit auch die Antwort auf die eingangs gestellte Frage.

Lizenzen der Bundeswehr können in zivile Lizenzen umgewandelt werden.

Bitte wenden Sie sich hierfür an das Luftfahrtamt der Bundeswehr, über welches das Umschreibungs- bzw. Anerkennungsverfahren läuft.

Die Umschreibung / Anerkennung erfolgt gemäß der Ressortvereinbarung (pdf, 2.6 MB) zwischen dem BMVI und dem BMVg.

Lizenzen, die noch nach der LuftPersV oder nach JAR-FCL ausgestellt wurden, sind mittlerweile ungültig. Mit ihnen darf nicht mehr geflogen werden.

Allerdings können Sie diese Lizenzen wieder "reaktivieren". Die Voraussetzungen und die Verfahren hierzu sind in dem Informationsblatt Erneuerung von Lizenzen (pdf, 43.1 KB) festgehalten.

Die Erneuerung erfolgt ohne Theorieprüfung vor der Behörde. Sie machen sich eigenständig mit einem Fluglehrer (am besten in einer ATO) fit. Die Luftfahrtbehörde tauscht, soweit alle Voraussetzungen vorliegen sollten, ihre alte Lizenz gegen eine neue Teil-FCL-Lizenz aus.

Bitte besprechen Sie die Erneuerung Ihrer Alt-Lizenz aufgrund der unterschiedlichen Verfahren vorab mit der verantwortlichen Ansprechperson der Luftfahrtbehörde.