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Demographischer Wandel und Fachkräftebedarf

Der demografische Wandel in Deutschland wird eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre. In den vergangenen Jahren haben die möglichen Folgen des demografischen Wandels – die Abnahme der Erwerbsbevölkerung sowie ihre Alterung – viele arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Diskussionen geprägt. Konjunkturellen Einflüsse überlagernd besteht die Gefahr, dass das Fachkräfteangebot mittel- und langfristig dem Bedarf nicht mehr entspricht, da die Zahl der Personen, die potentiell einer Beschäftigung nachgehen können, ebenso abnimmt, wie die Anzahl der qualifizierten Fachkräfte. Dies gilt grundsätzlich auch für den Wirtschafts- und Arbeitsort Bremen.

Der Senat hat den Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen damit beauftragt, eine Strategie zur langfristigen Sicherung von Fachkräften zu entwickeln. Darin ist vorgesehen, dass unter Beteiligung weiterer Ressorts sowie externer Akteure die Handlungsfelder zu den Themen Erwerbsbeteiligung, Qualifizierung, Ausbildung und Standortattraktivität im Rahmen von vier Arbeitsgruppen bearbeitet werden. Die Fachkräftestrategie wurde als eines von zehn zentralen Feldern in der Strukturpolitik des Landes Bremen definiert.

Bericht zur Umsetzung einer Strategie des Senats zur langfristigen Sicherung des Fachkräfteangebots (pdf, 321.8 KB)

Prognosen zur demographischen Entwicklung

Bisherige Prognosen zur demographischen Entwicklung gingen von einer Bevölkerungsabnahme in den nächsten Jahren aus, wobei der Umfang des erwarteten Bevölkerungsrückgangs maßgeblich von den Annahmen der Modellrechnungen beeinflusst wird. Stellschrauben, die die Vorausberechnungen beeinflussen, sind neben der Geburtenziffer, die Lebenserwartung sowie Wanderungsbewegungen. Obwohl die Schätzungen zur Bevölkerungsentwicklung als relativ gesichert gelten, unterliegen auch diese Unsicherheiten. Dies gilt umso mehr für relativ kleine Gebietseinheiten wie den Zwei-Städte-Staat Bremen. Tatsächlich ist die Zahl der Bürgerinnen und Bürger gegen die Erwartung gewachsen und nicht gesunken.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht zu verschiedenen Aspekten des demographischen Wandels Studien, die Sie sich bei Interesse hier herunterladen können: Statistisches Bundesamt.

Handlungsfelder

Folgende sechs Handlungsfelder wurden identifiziert, die für die Fachkräftesicherung im Land Bremen wichtig sind:

  1. Übergang Schule und Beruf sichern, berufliche Ausbildung stärken
  2. Hochschulen, Durchlässigkeit der Bildungssysteme
  3. Berufliche Weiterbildung
  4. Vereinbarkeit von Familie und Beruf - Potenziale von Frauen nutzen
  5. Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit, Chancen eines inklusiven Arbeitsmarktes nutzen
  6. Lebens- und Arbeitsort Bremen: Fachkräfte halten und gewinnen

Zielsetzung

Die sechs Handlungsfelder der Fachkräftestrategie des Landes Bremen zielen darauf ab, dass ausreichend Erwerbspersonen im Alter von 15 bis 65 Jahren vorhanden sind, diese tatsächlich am Arbeitsmarkt teilnehmen und das sich unter diesen Personen ausreichend akademische und beruflich ausgebildete Fachkräfte wiederfinden. Die Weiterentwicklung eines inklusiven Arbeitsmarktes ist ein Aspekt, der in mehreren Handlungsfeldern wiederzufinden ist und dem Risiko verfestigter Langzeitarbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Fachkräfteengpass entgegenwirken kann. Dies umfasst unter anderem den Ausbau alterns- und altersgerechte Arbeitsplätze, die Stärkung des familiären Umfeldes, den Abbau des Genderpay Gap sowie bessere Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für alle Bevölkerungsgruppen von Beginn an. Mit der Jugendberufsagentur und der Ausbildungsgarantie werden gezielt junge unter 25 Jahren unterstützt auf dem Weg ins Berufsleben.